Freiwillige Feuerwehr Lehester Deich

Bis 1936

Bis zum Jahre 1936 bestand am Lehester Deich eine „Pflicht-Feuerwehr“. Sie bestand aus 96 Brandmännern im Alter von 18-45 Jahren.

1936

Am 6. Juni gründeten   gründeten Paul Busch, Johann Garbade,  Diedrich Gartelmann (Oberbl.7), Diedrich Gartelmann (Oberbl.8), Heinrich Gartelmann, Philipp Gartelmann, Wilhelm Gartelmann, Jacob Marks, Albert Schumacher und Hermann Schütte im Beisein des Bürgermeisters der Landgemeinde Lehesterdeich, August Kruse, die "Freiwillige Feuerwehr Lehesterdeich".
Als erster Feuerwehrhauptmann wurde Wilhelm Gartelmann (Bild rechts), Oberblockland 12,  als stellvertretender Hauptmann Philipp Gartelmann, Oberblockland Nr. 14 und als Gruppenführer Johann Garbade,  Lehester Deich 160  gewählt.
Das Spritzenhaus war zunächst in Oberblockland Nr. 4 bei Schorfmann. Ein alter umgebauter PKW mit außen liegender Handbremse diente zunächst als Mannschafts- und Gerätewagen. Kurz nach der Gründung wurde die Handspritze durch eine "Magirus" Motorspritze ergänzt. Feueralarm wurde damals per Fahrrad  und Blashorn verbreitet, später wurden die Feuerwehrmänner in Ermangelung eines eigenen Telefonanschlusses über den Fernsprecher im Lokal "Jan Reiners" alarmiert .

1937
erhielt die freiwillige Feuerwehr die Genehmigung zum Bau eines neuen Feuerwehrhauses am Lehester Deich 135. Es wurde unter schwierigen Bedingungen mit geringen finanziellen Mitteln und mit viel Eigeninitiative fertig gestellt. Die Baumaterialien wurden beim Baustoffhändler Heinrich Nordmann  in der Berckstraße eingekauft. Später zog sie in das Haus am Lehester Deich 141 ein.

           

1943
Zur Verbesserung des Brandschutzes und zur Bewältigung der zahllosen Einsätze im zweiten Weltkrieg erhielt die Feuerwehr als zweites Löschfahrzeug einen Opel-Blitz.

1945
Die Freiwillige Feuerwehr Lehesterdeich wird in das Bremische Feuerwehrwesen eingegliedert.
Der erster Feuerwehrhauptmann, Wilhelm Gartelmann schreibt 1949 in einer kleinen Chronik:

Chronik der freiwilligen Feuerwehr Lehester Deich

1. Gründung
Die freiwillige Feuerwehr Lehester Deich wurde am 7.6.36 gegründet. Somit wurde die alte Tradition der Pflichtfeuerwehr der Gemeinde aufgelöst. Die Pflichten der sogenannten Brandwehr wurden von der freiw. Wehr übernommen. Die noch am 16.5.36 in der Liste geführten Männer in einer Stärke von 96 Brandmännern wurden durch 17 Mitglieder der freiw. Wehr ihren Verpflichtungen entbunden. Der Dienst der freiw. Feuerwehrmänner wird ehrenamtlich ausgeführt. Zum Gemeindebrandmeister wurde Wilh. Gartelmann gewählt. Stellvertreter wurde Phil. Gartelmann.

2. Fahrzeuge und Geräte
Am Gründungstage wurde die schon lange in Aussicht genommene Motorisierung der Wehr beschlossen. Im August 36 wurde die Handdruckspritze durch eine Magirus Kleinmotorspritze ersetzt. Ein umgebauter PKW diente als Mannschafts- und Gerätewagen. Da sich dieses Fahrzeug nicht bewährte wurde am 2. Februar 41 durch die Gemeinde ein neues Löschfahrzeug mit Anhänger gekauft. Das alte Fahrzeug diente weiter als Mannschaftswagen.  

3. Spritzenhaus und weiterer Ausbau  
Da die Gemeinde sich weiter ausdehnte (Siedlungen) und bereits am 10.12.37 ein neues Spritzenhaus für zwei Fahrzeuge mit Anhänger gebaut wurde, konnte am 27.9.43 so lang ersehnte nur durch die Ereignisse des Krieges verzögerte zweites Fahrzeug mit Anhänger und Geräten eingestellt werden. So kam auch das neu erbaute zur vollen Ausnutzung. Denn gerade beim Bau des Spritzenhauses wurde von den Mitgliedern der freien Wehr tatkräftige freiwillige Arbeit geleistet.  

4. Einsätze der Wehr
Jetzt war es der Wehr noch in stärkerem Maße möglich die durch den so wahnsinnigen Krieg entstandenen Löscheinsätze zu verstärken, um die Not der Menschen zu lindern und noch schwereres zu verhüten.  

5. Leitungen und Mitglieder der Wehr
Die Wehr wird vom Gründungstage an und auch jetzt noch von Wilh. Gartelmann geleitet. Nur während dessen Einberufung zur Wehrmacht vom 4.12.44 bis 8.9.45 wurde die Wehr von D.Reiners und Phil. Gartelmann betreut. Leider hat uns der Krieg so manchen treuen und einsatzfreudigen Kameraden genommen. Aber auch die Reserve der Wehr, Männer von 60-70 Jahren, haben bei den vielen schweren Einsätzen des Krieges treu zur Wehr gestanden.  

21.Oktober 1949 Wilh. Gartelmann

Einsatz in den 50ern und 60ern

1962:
Die Sturmflut in der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962, die durch den Orkan Vincinette ausgelöst wurde, traf auch die Stadt Bremen. Die Mitglieder der Feuerwehr waren über viele Stunden im Sturmfluteinsatz an der Wümme im Blockland eingesetzt worden.
Am 01.06.1962 wurde Heinrich Hilken – Am Lehester Deich 83 – neuer Wehrführer. Er löste nach 26 Jahren Wilhelm Gartelmann ab.

1963
Das seit 20 Jahren im Einsatz stehende Löschfahrzeug auf Opel-Blitz Fahrgestell wurde durch ein neues Löschgruppenfahrzeug (LF8) auf FAUN Fahrgestell ersetzt.
1972

Während das Orkantief „Quimburga“ am 13. November 1972 über Mittel- und Westeuropa zog und in Norddeutschland schwere Schäden anrichtete. War die Freiwillige Feuerwehr im Stadtgebiet im Einsatz, um die Schäden zu beseitigen.

1973
Am 03.07.1973 konnten von Friedrich Schumacher 3 Fahrzeughallen Am Lehester Deich 139b übernommen werden. Diese wurden in Eigenleistunge zu einem neuen Gerätehaus umgebaut. Am 01.12. übernahm Heinrich Kohle das Amt des Wehrführers von Heinrich Hilken, der in den Ruhestand verabschiedet wurde.

1974
Am 16.08.1974 konnte das neue, weitere Gerätehaus Am Lehester Deich 139b bezogen werden. In diesem gab es ab sofort weitere 3 Fahrzeugstellplätze.
Mit Bezug des neuen Gerätehauses wurden ebenfalls 4 weitere Fahrzeuge (1 TLF16/25; 2 TLF8 und ein HRW) stationiert. Das HRW und die TLF8 waren auf Unimog-Fahrgestellen, das TLF16/25 auf Magirus-Fahrgestell.

1975
In diesem Jahr gab es mehrere große Brandeinsätze, die die Wehr forderten. Der größte und schwerste war dabei der Katastrophen-Einsatz vom 12.-16.08.1975 in der Lüneburger-Heide. Hierbei kamen insgesamt 2 Gruppen unserer Wehr zum Einsatz.

1976
Am 29.05. brannte die Gaststätte Jan-Reiners am Lehester Deich komplett nieder. Trotz eines Großeinsatzes der Feuerwehr konnte ein Totalschaden nicht verhindert werden.

1977
Am 09.04. fand das erste Mal das Osterfeuer Am Lehester Deich Ecke Jan-Reiners-Weg statt.

1978
Das seit 1963 im Einsatz stehendes LF8 wird gegen ein modernes LF8 (Mercedes Rundhauber) ersetzt.

1982
Im Jahr 1982 interessierten sich die ersten Kinder in der Nachbarschaft für eine Jugendfeuerwehr. Erste kleine Übungen wurden mit improvisierten Gerätschaften durchgeführt.
Im gleichen Jahr wurde das „neue“ Gerätehaus um Sozialräume erweitert und eingeweiht.

1983
Am 06.06. wurde die Jugendfeuerwehr von 10 Wehrmitgliedern gegründet Zum ersten Jugendwart wurde Günther Gloede gewählt.

1984
Die Katastrophenschutzfahrzeuge (TLF16/25; TLF8 und HRW) wurden abgegeben. Die Wehr erhält einen neuen RW1 und ein LF16-TS für den Katastrophenschutz.

1985
Als neuer Wehrführer wird am 01.12.1985 Werner Früchtnicht gewählt und eingesetzt.

1986
Vom 06.-08.06.wurde das 50 jährige Jubiläum der FF Lehesterdeich mit einem Spiel ohne Grenzen und und einem Festball auf dem Platz gegenüber Am Lehester Deich 85 gefeiert.
Das „alte“ Gerätehaus Am Lehester Deich 135 wurde verkauft. Fortan gibt es nur noch das Gerätehaus Am Lehester Deich 139B.

1988
1988 war das Jahr der großen Baumwollbrände. 3 Mal, am 18.03., 14.08. und 23.10. rückte die Freiwillige Feuerwehr zu Großbränden in das Hafengebiet aus.

1990
Die Alarmierung wird von Sirene auf Funkmeldeempfänger umgestellt.

1992
 Am 22.05. und 25.12.erneuter Einsatz bei zwei Baumwoll-Großbränden im Hafengebiet .

1994:
In der Nacht vom 27. auf 28.08.Einsatz beim Brand das Jugendfreizeitheims an der Curiestr.

1997:
 Am 01.12. wird Herbert Bremermann neuer Wehrführer. Werner Früchtnicht wird in den Ruhestand verabschiedet.                                                       

1998:

Im Sommer brennt die Uni-Mensa in voller Ausdehnung. Zusammen mit der Berufsfeuerwehr und weiteren freiwilligen Feuerwehren wird der Großbrand über Stunden bekämpft und gelöscht.

1999:
Im Dezember erhälten die Wehr ein neues LF8/6. Das LF8 aus dem Jahr 1978 übernimmt die FF Bremen-Arsten.
Einsatz bei einm Großbrand in Bremen-Utbremen.

2001
Der Fuhrpark wird um ein MTF erweitert.

2002:
Teilnahme an der Katastrophenschutzübung „starke Hanseaten“ am 21.09.2002 in Bremen.
Vom 18.-20.10.2002 täglicher Einsatz bei einem Großbrand auf der Blockland-Deponie.

2003:
Am 29.01.2003 kommt es zu einem Brand im Hotel Deutsche Eiche, bei dem insgesamt 26 Personen gerettet werden.
Als neuer Wehrführer wird am 01.12.2003 Heiko Lürßen gewählt und eingesetzt. Er löst damit Herbert Bremermann nach 6 Jahren Amtszeit ab.
Der Vollbrand einer Turnhalle der Schule Philipp-Reis-Straße erforderte am 12.12.2003 ein Großaufgebot an Einsatzkräften.

2004:
Unsere Wehr wird in die Tagesalarmierung eingebunden. Die Einsatzzahlen steigen fortan deutlich an. So werden wir in diesem Jahr z.B. zu Hilfeleistungen während eines Sturmes und bei starken Regenfällen gerufen.

2005:
Am 29.07.2005 erreicht eine Gewitterfront Bremen, in dessen Verlauf im Innenstadtbereich dutzende Keller voll Wasser laufen. Unsere Wehr ist über viele Stunden in diesem Bereich im Einsatz.
Am 16.12.2005 weht ein Orkan über Bremen. Wir werden zu mehreren Einsatzstellen alarmiert, um Schäden zu beseitigen.
Im gleichen Jahr erhalten wir eine weitere Einsatzkomponente; einen Schaum-Wasser-Werfer-Anhänger (FwA-SW50S). Mit diesem werden wir fortan zu Großschadenslagen im gesamten Stadtgebiet alarmiert.

2006:
Das Jahr der Großübungen:
Am 18.03.2006 wurde eine Übung zum Thema „Terroranschlag“ mit über 600 Beteiligten durchgeführt.
Am 03.07.2006 wurde auf dem Abrissgelände des Tüv´s in Bremen-Hastedt mit mehreren Wehren eine Bereitschaftsübung durchgeführt.
Am 21.09.2006 gab es eine „Wümmeübung“ zusammen mit benachbarten Feuerwehren aus Bremen und Niedersachsen sowie der BF-Bremen, bei der eine Torfkahnkänterung simuliert wurde.
Am 25.11.2006 wurde die Evakuierung einer Krankenhausstation mit über 70 Einsatzkräften mehrerer Feuerwehren geübt.
Der Stauraum im Gerätehaus wird langsam knapp. Am 24.09.wird ein Container hinter dem Gerätehaus platziert.
 

2007:
Anschaffung eines Logistik-Anhängers (FwA-Log).
Am 18.01.2007 zog das Orkantief „Kyrill“ über Deutschland hinweg und traf dabei auch auf Bremen. Im Rahmen der Tagesalarmierung wurden wurden7 Einsätze auf Grund von Sturmschäden gefahren. 

2008
Bei einem  Schwelbrand war die Wehr vom 12.10.2008 im Kohlekraftwerk in Bremen-Hastedt   12 Tagen vor Ort im Einsatz.

2009
Im September wird die Alarmierung von analog auf digital umgestellt.
Am 26.+27.10. Einsatz bei einem Großbrand im Bremer-Hafengebiet.
Die feuerwehr erhält ein Rettungsboot, hauptsächlich für den Einsatz auf der Wümme.

2010
Das „alte“ Rettungsboot (Schlauchboot) wird  im Tausch  gegen ein gebrauchtes Aluminium-Festrumpfboot an die FF-Bremen-Blockland abgegeben.
Im April 2010 wird das LF8/6  im tausch gegen ein voll ausgestattetes Hilfeleistungs-Löschfahrzeug (HLF16/12), welches zuvor 10 Jahre auf der FW5 der BF-Bremen im Einsatz war, an die FF Bremen-Neustadt abgegeben.

2011
Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 75 jährige Jubiläum der FF Lehesterdeich übergibt der Innensenator U. Mäurer und der Ltd. Branddirektor K.H. Knoor ein neues LF-KatS.
Am 04.08.2011 geht in den Morgenstunden gegen 7 Uhr ein Monsumregen über Bremen nieder, hunderte von Kellern und zahlreiche Straßen wurden überflutete. Die FF beteiligte sich mit allen Löschfahrzeugen an 42 Stellen im Einsatz.
Am Gerätehaus wird für das MTF ein Carport angebaut.
Die seit einiger Zeit laufenden Planungen für ein neues Gerätehaus werden konkreter, da das bestehende Gerätehaus Am Lehester Deich 139B mittelfristig abgängig ist. Innensenator Mäurer gibt die Zusage, dass mit dem Bau des neuen Gerätehaus 2012 begonnen wird.

2012:
Am 05.01. werden bei einem Orkan  6 Einsatzstellen den Mittagsstunden angefahren und abgearbeitet.
25.05.: Einsatz bei einem Großbrand in Bremen-Utbremen.

2013:

Nach jahrelangen Bemühungen wird vom Senat ein neues Gerätehaus in der Straße Am Lehester Deich  genehmigt. Die Detailplanungen werden gestartet.
März: die Planungen sollen auf 2014 verschoben werden, weil die Finanzmittel nicht zur Verfügung stehen
Juni Hochwasserkatastrophe in Deutschland. Die Feuerwehr Bremen entsandte mehrere hundert Einsatzkräfte in das Kat.-Gebiet nach Sachsen-Anhalt. Die FF beteiligte sich mit einer Gruppe vom 08.-12.06.
Am 30.09. Großbrand nach Bremen-Burg. Vor Ort wurden insgesamt 12 Freiwillige Feuerwehren und die BF eingesetzt.
Am 28.10.2013 8 Einsätze während des Orkans „Christian“, der sogar zur Schließung des Freimarktes führte.

2014
Das Konzept für das neue Gerätehaus wurde der Öffentlichkeit präsentiert.
Am 02.04.2014 Einsatz bei einem Brand von rund 800 Strohballen in Bremen-Oberneuland.
09.05.: aufgrund einer Gewitterfront 9 x Hilfeleistungseinsätze im Bremer Stadtgebiet

Die Chronik der Freiwilligen Feuerwehr von W. Früchtnicht von 1936 - 2006 als PDF

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