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Messerschmitt Schnell-Bau-Haus In der Elsa-Brändström-Straße in Schwachhausen stehen gepflegte ältere Einfamilienhäuser. Am Wendeplatz befindet sich ein unscheinbares und heruntergekommenes Gebäude, das ein Kulturdenkmal ist. Nach Kriegsende 1945 kamen einige Unternehmer aufgrund der Wohnungsnot und der brachliegenden Rüstungsfabriken auf die Idee, Fertighäuser zu produzieren. Am Fließband sollten ganze Räume entstehen und per Lastwagen an den Bauplatz gebracht werden. Serienfertigung mit Fließbändern, kurze Aufbauzeiten und große Stückzahlen verringerten die Kosten um die Hälfte gegenüber der herkömmlichen Bauweise. Der frühere Flugzeugkonstrukteur und Industrielle Willy Messerschmitt (1898-1978) ging einen anderen Weg. Er entwickelte und produzierte ab 1949 Platten aus Porenbeton der Größe 1,2 Meter Breite und 2,5 Meter Höhe. Die Platten erhielten einen Blechrahmen und wurden mit Schrauben verbunden. Ein Stahlskelett gab den Platten die Standfestigkeit. Auf die Platten des so entstandenen Baus trug man ortsüblichem Putz auf. Der Dachstuhl bestand aus Stahlprofilen, die mit konventionellen Dachpfannen abgedeckt wurden. Die Bauelemente erlaubten dem Architekten und dem Bauherrn individuelle Grundrisse, Formen und Größen zu verwirklichen. So einen Bausatz bestellte der Bremer Flugzeug- und Hubschrauberkonstrukteur Henrich Focke (1890-1979) bei seinem Kollegen Messerschmitt. Er bezog mit seiner Familie 1949/50 das unterkellerte Haus in der Elsa-Brändström-Straße 45. Dieses geschichtlich wertvolle Bauwerk verdient eine Restaurierung und Unterschutzstellung durch das Landesamt für Denkmalpflege. Weser-Report 21.5.2023
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